Angst vor Enttäuschung kostet Klarheit
🌟 MontagsGedanke 151
🔹 Die Vorstellung, jemanden zu enttäuschen, kann erstaunlich lähmend sein. Ich kenne das gut. Man zögert. Man formuliert weich. Man sagt nicht klar, was eigentlich gesagt werden müsste. In bester Absicht. Und am Ende entsteht genau das, was man vermeiden wollte. Unzufriedenheit. Spannungen. Oder eine Sackgasse, aus der alle nur mühsam wieder herausfinden.
🔬 Hinter dieser Dynamik steckt unser soziales Bindungssystem. Wir sind darauf programmiert, Zugehörigkeit zu sichern und Ablehnung zu vermeiden. Enttäuschung beim Gegenüber fühlt sich für unser Nervensystem wie ein Risiko an. Deshalb bevorzugen wir oft kurzfristige Harmonie statt langfristige Klarheit. Das Problem ist nur: Unklare Kommunikation erzeugt mehr Unsicherheit als eine ehrliche Zumutung.
💡 Im Coaching zeigt sich immer wieder, dass nicht die klare Haltung Beziehungen belastet, sondern das Ausweichen davor. Wenn Erwartungen unausgesprochen bleiben oder Entscheidungen vertagt werden, steigt die Spannung im System. Klarheit kann kurzfristig irritieren. Sie wirkt aber langfristig entlastend. Für alle Beteiligten.
🔥 Wunderpunkt als Sparringpartner
Der wunde Punkt liegt im Wunsch, gemocht zu werden. Doch Führung und Selbstführung bedeuten nicht, Enttäuschungen zu vermeiden. Sie bedeuten, Verantwortung für die eigene Position zu übernehmen. Mut entsteht dort, wo wir bereit sind, die Reaktion anderer nicht vollständig kontrollieren zu wollen.
🚀 Wochenchallenge
Beobachte diese Woche eine Situation, in der du dich zurückhältst aus Angst, jemanden zu enttäuschen. Frage dich ehrlich: Was wäre jetzt klar. Und was fair. Sag es. Ruhig. Respektvoll. Und stehe dazu.
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