Manchmal verändert sich nicht die Situation. Sondern nur die Haltung, mit der wir ihr begegnen.
🌟 MontagsGedanke 177
🔹 Schon erstaunlich, was die eigene Stimmung mit einer Situation machen kann.
Das habe ich gerade bei unseren letzten beiden Bandproben vor einem Konzert erlebt.
Bei der ersten Probe war ich unsicher. Nervös. Und ehrlich gesagt überhaupt nicht zuversichtlich. Entsprechend lief es. Wir spielten katastrophal. Nichts passte so richtig zusammen, die Leichtigkeit war weg und mit jedem Fehler wurde meine Unsicherheit noch grösser.
Danach meinte meine Tochter ziemlich gelassen zu mir: Das werde am Konzert schon gut kommen. Schliesslich seien wir live ja sowieso immer besser.
Na dann.
Und irgendwie hat dieser Satz etwas verändert. Ich ging mit einem anderen Gefühl an die nächste Probe. Nicht plötzlich mit der Gewissheit, dass wir die beste Band der Welt sind. Aber mit Zuversicht. Mit Lust. Mit dem Gedanken: Das kommt schon gut.
Und siehe da: Plötzlich funktionierte es.
Wir spielten besser. Es machte wieder Spass. Die Freude war zurück. Und mit der Freude wuchs wiederum die Zuversicht.
🔬 Psychologisch ist dieser Effekt gut nachvollziehbar. Unsere Erwartungen beeinflussen unsere Aufmerksamkeit, unsere Wahrnehmung und unser Verhalten. Wer mit der Erwartung in eine Situation geht, dass es schwierig wird, nimmt Fehler und Unsicherheiten stärker wahr. Anspannung steigt, Handlungsspielräume werden enger – und manchmal produzieren wir damit genau das Ergebnis, vor dem wir uns gefürchtet haben.
Zuversicht funktioniert anders. Sie bedeutet nicht, Schwierigkeiten schönzureden oder sich einzureden, dass schon alles irgendwie klappt. Sie schafft vielmehr einen inneren Zustand, in dem wir offener wahrnehmen, flexibler reagieren und eher auf unsere vorhandenen Fähigkeiten zugreifen können.
💡 Im Leadership Coaching ist das hochrelevant. Führungskräfte betreten Sitzungen, Konfliktgespräche oder Veränderungsprozesse nie völlig neutral. Ihre innere Haltung kommt mit in den Raum.
Gehe ich davon aus, dass mein Gegenüber sowieso blockieren wird?
Oder bin ich neugierig, was möglich sein könnte?
Erwarte ich Widerstand?
Oder traue ich dem Team zu, eine Lösung zu finden?
Das verändert nicht automatisch die Realität. Aber es verändert die Art, wie wir mit ihr umgehen. Und damit häufig auch die Reaktion unseres Gegenübers.
🔥 Wunderpunkt als Sparringpartner
Der wunde Punkt liegt manchmal gar nicht in der Situation selbst. Sondern in der Geschichte, die wir uns vorher über diese Situation erzählen.
🚀 Wochenchallenge
Beobachte vor einem schwierigen Termin einmal bewusst deine eigene Erwartung. Mit welcher Stimmung gehst du hinein? Und was würde passieren, wenn du dir erlaubst, mit etwas mehr Zuversicht hinzugehen?
Vielleicht versetzt das richtige Mindset tatsächlich keine Berge.
Aber offenbar lässt es sogar schlechte Hobbymusiker ganz ordentlich klingen. 😉
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