đ MontagsGedanke 152
đč Letzte Woche kam eine Nachricht vom Rektorat der Schule meines Sohnes. Ich soll zu einer Besprechung erscheinen, weil er zu oft gefehlt hat. Mein erster Impuls war klarer Ărger. Ăber ihn. DarĂŒber, dass Schule gerade nicht ernst genug genommen wird. Und auch darĂŒber, dass ich nun dort antreten muss. Beim Nachtessen sagte dann eine meiner Töchter ganz trocken: Aber Papi, du hast doch mal erzĂ€hlt, dass du im Gymi ein ganzes Semester fast jede Französischstunde geschwĂ€nzt hast. Stimmt. Krass. Und ziemlich entlarvend.
đŹ Psychologisch ist das ein klassischer Effekt. Wir bewerten Verhalten anderer oft mit einem strengeren Massstab als unser eigenes. Unser Gehirn trennt sauber zwischen ErklĂ€rung und Bewertung. FĂŒr uns selbst haben wir GrĂŒnde. FĂŒr andere schnell Urteile. Diese Asymmetrie schĂŒtzt unser Selbstbild, verzerrt aber unseren Blick auf das GegenĂŒber.
đĄ Im Coaching zeigt sich genau das immer wieder. FĂŒhrungskrĂ€fte erwarten Konsequenz, Einsatz oder Verbindlichkeit und vergessen dabei, wie situativ und biografisch ihr eigenes Verhalten geprĂ€gt war. Perspektivwechsel entsteht nicht durch Nachsicht, sondern durch ehrliche Selbstreflexion. Wer sich selbst mitdenkt, urteilt langsamer und fragt hĂ€ufiger nach dem guten Grund.
đ„ Wunderpunkt als Sparringpartner
Der wunde Punkt liegt im BedĂŒrfnis nach Kontrolle und moralischer Klarheit. Beides gibt Sicherheit. Doch echtes Verstehen entsteht erst, wenn wir bereit sind, die eigenen WidersprĂŒche anzuschauen. Nicht um alles zu relativieren, sondern um fairer zu werden.
đ Wochenchallenge
Beobachte diese Woche einen Moment, in dem du innerlich schnell urteilst. Halte kurz inne und frage dich: Wo war oder bin ich selbst Àhnlich unterwegs gewesen. Diese Frage verÀndert GesprÀche mehr, als man denkt.
Und ja. Was bleibt ist, dass ich mich trotzdem noch ĂŒberwinden muss, im Rektorat vorzusprechen. Das liegt vermutlich weniger an meinem Sohn als an meiner eigenen Schulgeschichte.
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