Hier der Blick aus meinem Bürofenster die Zweierstrasse entlang.
Montag, 31. März 2008
regnerischer Montag
Hier der Blick aus meinem Bürofenster die Zweierstrasse entlang.
Tägliches Bild
Sonntag 30. März, Hönggerwald
Die Steine waren nicht von mir, doch sie lachten mich an, und da musste ich sie einfach fotografieren.
Dienstag, 18. März 2008
auswandern
Warum wandern eigentlich alle aus? Es ist eine richtige Plage geworden. Egal ob nach Südafrika, Wien, Tessin oder was weiss ich sonst noch alles. Hauptsache auswandern. Was ist bloss los mit all den Leuten, dass die immer weg wollen. Meine Vermutung ist ja, dass das was mit mir zu tun hat. Diese These ist nicht ganz aus der Luft gegriffen, ich werde sie in den nächsten Wochen wissenschaftlich überprüfen und die Ergebnisse an dieser Stelle publizieren. Doch zurück zum Auswandern. Das tut man doch einfach nicht. Kofferpacken und abreisen. Nicht nett. Und in meinen Augen wahnsinnig anstrengend. Man stelle sich nur vor, das ganze Kennenlernen von neuen Leuten, neue Wohnung, neuer Job, neuer Arbeitsweg, neues Essen, neues Wetter, alles neu. Neu, neu, neu. Braucht man nach dem Auswandern eigentlich erst mal Ferien? Um sich von all dem Neuen zu erholen? In dieser ganzen Auswanderungsgeschichte kommt erschwerend hinzu, dass diese Leute einem ja nicht teilhaben lassen am neuen Glück. Das behalten die einfach für sich. Briefe schreibt man schon lange keine mehr, Blogschreiben ist was für Doofe und telefonieren ist ein Graus. Also schnappen die sich ihr Glück, lächeln selig und vergessen die alte Welt. Die schweizerische Analyse meiner Ausführungen ist nun treffenderweise: Eifersucht. Herr Wolfer will auch, ist neidisch, begierig nach Neuem. Aber die Schweizer Analyse schlägt fehl. Auswandern ist nix für mich. Nein vielmehr vermisse ich diese Nasen einfach. Wen wundert's.
Montag, 17. März 2008
so schnell
Ein bisschen war ich schon erstaunt. Da steht Dezember als letzter Eintrag im Blog. Dezember, das ist verdammt lange her. Nicht, dass dies eine Rolle spielen würde. Aber erstaunlich ist es schon. Überhaupt ist es witzig, wie lange Stunden dauern können, und wie schnell Monate vergehen. Da erzähle ich nichts Neues, wer kennt das unterschiedliche Erleben von Zeit nicht aus eigener Erfahrung. Also aufgewärmter Kaffee. Zum Thema Kaffee. Nachdem ich im Büro für meinen persönlichen Konsum nun wieder umgestellt habe, von den Kapseln auf die gute alte Bialetti, ist der Kaffeegenuss wieder ein Erlebnis und Vergnügen. Ich liebe es, das kleine, silberne Teil aus dem Küchenkasten zu ziehen. Kurz ausspülen und dann den unteren Teil bis zum Strich mit frischem, klarem Wasser zu füllen. Den Behälter für den Kaffee vorsichtig einsetzten und mit einem kleinen Löffel das frisch gemahlene Pulver einfüllen. Nicht drücken, nur schön gleichmässig verteilen. Den Filter und Dichtungsring einsetzen und die Maschine zuschrauben. Habe ich übrigens die herrliche Geschichte von Chrigis Bialetti-Einsatz schon erzählt? Nein? Das ist schade, weil die Geschichte ist wirklich gut. Aber dazu ein ander Mal. Nun gut, ich stelle die Maschine also auf die Platte, zirkle eine Temperatureinstellung zwischen 0.5 und 1. Das ist ganz wichtig, das Wasser muss richtig leiden, wenn es durch das Kaffeepulver gedrückt wird. Noch bevor die schwarze Flüssigkeit zu sehen ist, verströmt der betörende Duft nach frischen Kaffee. So, jetzt reicht es aber! Genug geschrieben, ich muss mir jetzt einen Kaffee zubereiten. Das ist ja nicht zum Aushalten.
Montag, 31. Dezember 2007
jahreswechsel
noch einige stunden. dann muss ich mich wieder sehr umgewöhnen, beim unterschreiben der lukrativen verträge. beim zeichnen der grossen summen. beim signieren der gold bringenden kontrakte. weil dann muss ich eine acht schreiben. nicht mehr eine sieben.
das sollte mir eigentlich gelingen.
für einen rückblick auf nullsieben ist es noch zu früh. auf einen ausblick habe ich keine lust. und das jetzt ist mir eigentlich egal. so gesehen überwiegt die festliche stimmung.
was ich sagen wollte: ich drücke die daumen, für alles was kommt im 08. alles was silbern glänzt und haarig wie ein wolf ist bekommt von mir einen schweissig gedrückten daumen.
alles klar?
das sollte mir eigentlich gelingen.
für einen rückblick auf nullsieben ist es noch zu früh. auf einen ausblick habe ich keine lust. und das jetzt ist mir eigentlich egal. so gesehen überwiegt die festliche stimmung.
was ich sagen wollte: ich drücke die daumen, für alles was kommt im 08. alles was silbern glänzt und haarig wie ein wolf ist bekommt von mir einen schweissig gedrückten daumen.
alles klar?
Dienstag, 13. November 2007
Migros Uster
Freitag Morgen. Uster. Warum gefällt mir Uster so extrem nicht? Keine Schandflecken, keine Beleidigungen, keine Hässlichkeiten. Und doch gefällt es mir nicht. Egal. Freitag Morgen in Uster. Nicht freiwillig, sondern weil ich dort eine Sitzung habe. Und da meine Nase Schnee gerochen hat, bin ich mit einem frühen, frühen Zug unterwegs. Meine Nase hat irgendetwas gerochen, nur keinen Schnee. Also sitze ich in Uster, Dreiviertelstunden zu früh. An einem Freitag Morgen. So schleiche ich mich ins Migros-Kaffee. Migros deshalb, weil ich kein anderes gefunden habe. Also doch, da war noch ein Dieci, aber das war geschlossen. So, und jetzt lasse ich das mal ein bisschen wirken
Freitag
Morgen
Migros
Uster
Jawohl, genau so habe ich mich gefühlt. Ich lasse also aus der tollen Maschine einen Cappuccino raus, streue mir reichlich Kakaopulver über den Schaum und setze mich an den Tisch gleich neben der Kasse. Rechts von mir ein Tisch mit älteren Frauen. Schale vor der Nase, Buttergipfel. Sie führen ein angeregtes Gespräch, nach den Stichworten "Abfallsack", "Hundegebell" und "Miss Schweiz" verliere ich den Faden. Links von mir ein Tisch mit vier Männern, noch nicht so alt, sagen wir etwas über fünfzig? Was machen die hier? Hitzig wird über den Roger Federer diskutiert. Unser Roger. Endlich einige Arbeiter, Sanitär würde ich sagen. Thonsandwich und Icetee. Und ich schwelge in Erinnerungen an den Bau. Das schöne an der Szene, als Bauarbeiter darf man im Migrosrestaurant sitzen, zu dritt, und man muss nicht sprechen. Die sitzen einfach nur da. Verdrücken ihr Thonsandwich und kippen den Icetee. Ohne Worte. Schön wars, auf dem Bau. Für mich ist es jetzt Zeit, an die Sitzung zu eilen. Eine Stunde verordnetes reden.
Freitag
Morgen
Migros
Uster
Jawohl, genau so habe ich mich gefühlt. Ich lasse also aus der tollen Maschine einen Cappuccino raus, streue mir reichlich Kakaopulver über den Schaum und setze mich an den Tisch gleich neben der Kasse. Rechts von mir ein Tisch mit älteren Frauen. Schale vor der Nase, Buttergipfel. Sie führen ein angeregtes Gespräch, nach den Stichworten "Abfallsack", "Hundegebell" und "Miss Schweiz" verliere ich den Faden. Links von mir ein Tisch mit vier Männern, noch nicht so alt, sagen wir etwas über fünfzig? Was machen die hier? Hitzig wird über den Roger Federer diskutiert. Unser Roger. Endlich einige Arbeiter, Sanitär würde ich sagen. Thonsandwich und Icetee. Und ich schwelge in Erinnerungen an den Bau. Das schöne an der Szene, als Bauarbeiter darf man im Migrosrestaurant sitzen, zu dritt, und man muss nicht sprechen. Die sitzen einfach nur da. Verdrücken ihr Thonsandwich und kippen den Icetee. Ohne Worte. Schön wars, auf dem Bau. Für mich ist es jetzt Zeit, an die Sitzung zu eilen. Eine Stunde verordnetes reden.
Donnerstag, 1. November 2007
Thaifood
Habe eine neue Gewohnheit. Vielleicht ein Tick. Wie definiert sich Tick? Oder noch schöner: ein Spleen. Obwohl, ob das wirklich exzentrisch ist, das weiss ich jetzt nicht. Wie auch immer, ich habe die kleinen Thaifood Nudeldinger im hässlichen Säckli entdeckt. Vier Deziliter Wasser darüber (Wenn immer möglich heiss, weil mit kaltem Wasser wird es ganz scheusslich; hab ich getestet. War übrigens ein sogenannter Blindtest, weil ich wusste nichts davon. Gemein von mir.). Also eben, Wasser darüber, drei Minuten warten und dann reinziehen. Da gibt es alles. Jeden erdenklichen Geschmack. Von Huhn über Rind, Gemüse, Knoblauch, Fisch, Crevetten, Schwein bis hin zu Lobbster, Krabben oder Speck. Von scharf bis superscharf. Einfach gewaltig. Und selbstverständlich bin ich absolut überzeugt, dass diese Dinger gesund sind. So viel Nudel, Gemüsepulver, Kräutli. Das muss gesund sein. Die Schwierigkeit an der Sache: der Thailanden von Nebenan hat im Regal circa zweihundertachtundreissig verschiedene Varianten zur Auswahl. Da muss ich lange testen. Aber ich bin doch schon ziemlich weit fortgeschritten. Nur zu dumm, dass ich mir nicht merken kann, welches Päckli gut war und wo ich die Finger davon lassen sollte. Weil Thailändisch kann ich nicht. Und die Bildli sind auch nicht sehr einprägsam. Und deshalb gab es heute Mittag eines, was ich schon mal hatte, fälschlicherweise als gut eingestuft den Wiederholungsfall schaffte und dann als Schlimmheitsding entlarvt wurde. Aber ich arbeite daran.
Än Guätä.
Än Guätä.
Mittwoch, 17. Oktober 2007
tessin
Eine Woche Tessin. Im Herbst. Da braucht es keine weiteren Worte. Im Gegenteil. Jede Anmerkung kann höchstens ein kläglicher Versuch sein, etwas zu beschreiben, was einfach nur bezaubert. Aber was wäre das für ein lächerlicher Blog, bei welchem immer nur der Titel geschrieben steht? Selbstverständlich wäre dies in diesem spezifischen Fall (wir sprechen vom Marswunderblog) kein Verlust. Aber betrachten wir es einmal allgemein. Die ganze Blog-Gemeinde schreibt immer nur einen Titel. Wo kämen wir da hin? Die vielen, vielen Server auf dieser Welt hätten plötzlich jede Menge platz. Tausende von Arbeitnehmern wüssten nicht mehr, wohin sie im Web klicken sollen, während der Schef gerade im Online-Poker-Raum sein Geld verspielt. Traurig wär's. Sehr traurig.
Also schreibe ich über das Tessin. Die Beweisführung war eindeutig, die Notwendigkeit augenfällig. Das Tessin. Herrlich.
Wie soll ich eigentlich vernünftig schreiben können, wenn ich jedes Mal beim Stichwort Tessin gedankenverloren den schönen Träumen der letzten Tage nachhänge? Da komme ich ja nicht mehr weiter.
Tessin...
Vermutlich wäre es bedeutend einfacher, einige Bilder anzuhängen und basta. Doch bei den Bildern stellt sich die Frage noch viel verschärfter: wie bringe ich diese Eindrücke rüber. Also keine Bilder. Sondern Sätze. Wie dieser hier: Schön war's im Tessin.
Hilft das weiter? Übermittelt dies irgend einen Eindruck? Schön war's im Tessin? Was seht ihr dann? Kastanien? Wälder? Fliegenpilze? Risotto? Goldsonne? Merlot? Grünbraungelbrot? Oder etwas ganz anderes?
Ja ja, das Tessin.
Schön war's.
Also schreibe ich über das Tessin. Die Beweisführung war eindeutig, die Notwendigkeit augenfällig. Das Tessin. Herrlich.
Wie soll ich eigentlich vernünftig schreiben können, wenn ich jedes Mal beim Stichwort Tessin gedankenverloren den schönen Träumen der letzten Tage nachhänge? Da komme ich ja nicht mehr weiter.
Tessin...
Vermutlich wäre es bedeutend einfacher, einige Bilder anzuhängen und basta. Doch bei den Bildern stellt sich die Frage noch viel verschärfter: wie bringe ich diese Eindrücke rüber. Also keine Bilder. Sondern Sätze. Wie dieser hier: Schön war's im Tessin.
Hilft das weiter? Übermittelt dies irgend einen Eindruck? Schön war's im Tessin? Was seht ihr dann? Kastanien? Wälder? Fliegenpilze? Risotto? Goldsonne? Merlot? Grünbraungelbrot? Oder etwas ganz anderes?
Ja ja, das Tessin.
Schön war's.
Montag, 1. Oktober 2007
Letzi
Dieser Eintrag ist zwingend. Nicht weil er spannend wäre, sondern weil er zwingend ist. Eben. Und zwar ist das ja eigentlich ein Zürcherblog. In dem Sinne, als dass die kleine Welt des Marswunder regelmässig an den Grenzen von Zürich ihr Ende findet. Schade eigentlich. Wobei, vielleicht schreib ich bald was über Barcelona. Aber das ist eine andere Geschichte. Diese Geschichte hier handelt von einem Ereigniss, dass trotzdem es langweilig ist, doch zwingend war. Lange Rede, nun zum Punkt: Tag der offenen Türe im Letzigrund. Neuer Stolz von Zürich. Selbstverständlich dürft ihr jetzt aufheulen, seufzen, jaulen, schreien. Ihr dürft auch fluchen und die Tasse an die Wand schmeissen. Es freut mich auch, dass ihr das von mir nie erwartet hättet, aber ich war dort. Sonntag Nachmittag also, einige Strahlen Sonnenschein. Einige gelbe Blätter. Kalte Luft. Herbst. Das Stadion liegt friedlich da. In Mitten von kleinen, unruhigen Menschenameisen. Und alle wollen sie alles sehen.
An dieser Stelle folgt nun die ausführliche Beschreibung der Stadionbesichtigung. Alle Details werden berichtet. Die Geheimnisse gelüftet. Die Fakten kommen auf den Tisch.
Nur: Ich weiss nicht, ob Ihr schon einmal an einer Stadionbesichtigung gewesen seit. Es ist grässlich. Ein Stadion erhält seinen einzigen Zweck durch die sportlichen Aktivitäten, die darin stattfinden. Ich gebe zu, schon dieser Umstand ist zu diskutieren, wie weit Sport mit Zweck vereinbar ist. Aber lassen wir das mal. Jetzt stehe ich also in diesem Stadion, vor mir liegt der grüne Rasen, die Markierung ist weiss und messerscharf. Ich sitze auf der Tribüne, doch das Spiel wird nicht beginnen. Ein Stadion ohne Spiel. Es ist ganz einfach traurig. Sinnlos. Absurd.
So schleiche ich davon. Mit der Überzeugung, dass sich ein Museum wohl besser eignet für einen Sonntag Nachmittag, wie ein leeres Stadion.
An dieser Stelle folgt nun die ausführliche Beschreibung der Stadionbesichtigung. Alle Details werden berichtet. Die Geheimnisse gelüftet. Die Fakten kommen auf den Tisch.
Nur: Ich weiss nicht, ob Ihr schon einmal an einer Stadionbesichtigung gewesen seit. Es ist grässlich. Ein Stadion erhält seinen einzigen Zweck durch die sportlichen Aktivitäten, die darin stattfinden. Ich gebe zu, schon dieser Umstand ist zu diskutieren, wie weit Sport mit Zweck vereinbar ist. Aber lassen wir das mal. Jetzt stehe ich also in diesem Stadion, vor mir liegt der grüne Rasen, die Markierung ist weiss und messerscharf. Ich sitze auf der Tribüne, doch das Spiel wird nicht beginnen. Ein Stadion ohne Spiel. Es ist ganz einfach traurig. Sinnlos. Absurd.
So schleiche ich davon. Mit der Überzeugung, dass sich ein Museum wohl besser eignet für einen Sonntag Nachmittag, wie ein leeres Stadion.
Mittwoch, 12. September 2007
begleitservice
eigentlich sollte ich blond sein. lange haare, noch länger die beine. rot geschminkte lippen und absätze an den schuhen. statt dessen bin ich unrasiert, etwas zerknittert die grüne regenjacke, abgelatschte turnschuhe und bei gino meinem coiffure war ich auch schon lange nicht mehr.
so stehe ich also am flughafen. in der hand ein erbärmliches kleines papierchen. baden masters. hoffentlich hält mich niemand für einen aargauer. wobei ich schon etwas ins grübeln kommen würde, ob ich nun lieber aargauer oder curler wäre. in dieser situation stehe ich als curlender aargauer bereit, die schweden zu begrüssen. bitte schön, zu was habe ich mich da wieder überreden lassen? ohne schwedisch, keine ahnung von curling und weit entfernt von blonden haaren und roten lippen.
eisern stehe ich da, halte mein zettelchen in die luft und warte auf die curler. ich stelle mir stämmige vierzigjährige mit bart vor. in der einen hand einen grossen, schweren koffer voller steine, in der anderen eine lange, sportblaue tasche mit den besen. vielleicht sind sie alle blond. weil es sind ja schweden. vielleicht sind sie auch schon betrunken. egal, ich warte.

wer hätte gedacht, dass Nils Carlsén und seine jungs zwanzigjährige schnösel sind. wenigstens blond, das gebe ich zu. aber verdammt, kann curling ein langweiliger, verstaubter sport sein, wenn so fröhliche, witzige und sympatische jungs davon leben?
also fahre ich die jünglinge nach baden. und ich bin froh, nicht blond zu sein. weil die schweden hätten mich bestimmt schon im auto vernascht.
so stehe ich also am flughafen. in der hand ein erbärmliches kleines papierchen. baden masters. hoffentlich hält mich niemand für einen aargauer. wobei ich schon etwas ins grübeln kommen würde, ob ich nun lieber aargauer oder curler wäre. in dieser situation stehe ich als curlender aargauer bereit, die schweden zu begrüssen. bitte schön, zu was habe ich mich da wieder überreden lassen? ohne schwedisch, keine ahnung von curling und weit entfernt von blonden haaren und roten lippen.
eisern stehe ich da, halte mein zettelchen in die luft und warte auf die curler. ich stelle mir stämmige vierzigjährige mit bart vor. in der einen hand einen grossen, schweren koffer voller steine, in der anderen eine lange, sportblaue tasche mit den besen. vielleicht sind sie alle blond. weil es sind ja schweden. vielleicht sind sie auch schon betrunken. egal, ich warte.

wer hätte gedacht, dass Nils Carlsén und seine jungs zwanzigjährige schnösel sind. wenigstens blond, das gebe ich zu. aber verdammt, kann curling ein langweiliger, verstaubter sport sein, wenn so fröhliche, witzige und sympatische jungs davon leben?
also fahre ich die jünglinge nach baden. und ich bin froh, nicht blond zu sein. weil die schweden hätten mich bestimmt schon im auto vernascht.
Dienstag, 28. August 2007
bilder
etwas tiefer. nein etwas höher. nicht so hoch. nein, doch besser tief.
passiert das eigentlich nur mir? bin ich der einzige mensch auf dieser welt, der die bilder tief hängen möchte? warum will denn sonst niemand in ein bild reinfallen, darin versinken? weshalb liebt es jederman und frau, eine steifen hals zu bekommen, weil die bilder so hoch hängen? ich weiss es nicht. doch das leben als aussenseiter ist nicht einfach. das steht fest.
wie kam es dazu? die geschichte ist schnell erzählt. winzigklein martin, mit grossen augen, vollen windeln und zappelnden beinen liegt im bettchen. mond und sterne auf der bettdecke. über ihm kreisen fröhlich summend die kleinen bienen, gelb und schwarz. lieber papi, häng die bienen tiefer, brabbelt klein martin. und papi hängt sie tiefer.
klein martin sitzt im kindergarten, auf einem holzstuhl, im kreis mit zwanzig anderen pfüdis. die kindergärtnerin erzählt eine geschichte, frederick die maus. eine wunderschöne geschichte, schaut hier, da sammeln die mäuse kleine nüsse. liebe frau kindergärtnerin, können sie das buch etwas tiefer halten? und frau kindergärtnerin hält das buch tiefer.
mittelgross martin geht in die schule. pelz am tornister, zwei farben für die schnürsenkel. der lehrer steht vor der klasse und erzählt über die eiszeit, die mammute und grosse gletscher. leise summt der hellraumprojektor mit bunten folien belegt. lieber herr lehrer, können sie den hellraumprojektor etwas tiefer einstellen? und herr lehrer stellt den hellraumprojektor tiefer.
gross martin fläzt sich ins schoggibraune sofa und blickt stolz auf die bilder an der wand. aus den schwarzen braun boxen, die braun heissen, schwarz sind und heiss klingen, rieselt vergnügliche britpop musik. mit hammer, nagel, wasserwage, messband, bleistift und senkblei ausgerüstet steht cristina bereit; das bild an die wand drückend mit fragendem blick in richtung schoggisofa. zwischen zwei gummibärchen, grün und weiss, formuliere ich meinen wunsch. liebe cristina, kannst du das bild etwas tiefer hängen? und cristina weigert sich.
was sagt uns diese geschichte? wohl nicht viel. vielleicht: hänge deine bilder heimlich in der nacht ganz selber und eigenhändig auf.
in zukunft stelle ich die bilder einfach auf den boden.
passiert das eigentlich nur mir? bin ich der einzige mensch auf dieser welt, der die bilder tief hängen möchte? warum will denn sonst niemand in ein bild reinfallen, darin versinken? weshalb liebt es jederman und frau, eine steifen hals zu bekommen, weil die bilder so hoch hängen? ich weiss es nicht. doch das leben als aussenseiter ist nicht einfach. das steht fest.
wie kam es dazu? die geschichte ist schnell erzählt. winzigklein martin, mit grossen augen, vollen windeln und zappelnden beinen liegt im bettchen. mond und sterne auf der bettdecke. über ihm kreisen fröhlich summend die kleinen bienen, gelb und schwarz. lieber papi, häng die bienen tiefer, brabbelt klein martin. und papi hängt sie tiefer.
klein martin sitzt im kindergarten, auf einem holzstuhl, im kreis mit zwanzig anderen pfüdis. die kindergärtnerin erzählt eine geschichte, frederick die maus. eine wunderschöne geschichte, schaut hier, da sammeln die mäuse kleine nüsse. liebe frau kindergärtnerin, können sie das buch etwas tiefer halten? und frau kindergärtnerin hält das buch tiefer.
mittelgross martin geht in die schule. pelz am tornister, zwei farben für die schnürsenkel. der lehrer steht vor der klasse und erzählt über die eiszeit, die mammute und grosse gletscher. leise summt der hellraumprojektor mit bunten folien belegt. lieber herr lehrer, können sie den hellraumprojektor etwas tiefer einstellen? und herr lehrer stellt den hellraumprojektor tiefer.
gross martin fläzt sich ins schoggibraune sofa und blickt stolz auf die bilder an der wand. aus den schwarzen braun boxen, die braun heissen, schwarz sind und heiss klingen, rieselt vergnügliche britpop musik. mit hammer, nagel, wasserwage, messband, bleistift und senkblei ausgerüstet steht cristina bereit; das bild an die wand drückend mit fragendem blick in richtung schoggisofa. zwischen zwei gummibärchen, grün und weiss, formuliere ich meinen wunsch. liebe cristina, kannst du das bild etwas tiefer hängen? und cristina weigert sich.
was sagt uns diese geschichte? wohl nicht viel. vielleicht: hänge deine bilder heimlich in der nacht ganz selber und eigenhändig auf.
in zukunft stelle ich die bilder einfach auf den boden.
Donnerstag, 23. August 2007
schrecklichgrässlich
es ist ganz schlimm. ojeoje. ganz schlimm. ich kann nicht mehr schlafen, weine im stillen, manchmal auch im lauten. es macht mir bauchschmerzen und halsweh krieg ich auch. nein halt, das mit dem halsweh ist eine andere geschichte. aber trotzdem, es ist schlimm.
schnell erzählt, ohne emotionen, war es so: brief getippt, schön. couvert mit sichtfenster, aber ohne absender. also rein in den drucker. und nicht wieder raus. tja, und jetzt ist es immer noch dort, das blöde couvert. zumindest teile davon. aber was nützen couvertteile in einem drucker? richtig, absolut nichts.
das schöne an der geschichte. ich durfte heute morgen mit einem computer telefonieren. was dann doch sehr speziell ist. mit spracherkennung, einer freundlichen, tiefen und sehr maskulinen männerstimme (gibt es maskuline frauenstimmen?) und wunderbar langen wegen zum erhofften ziel. das ging bei mir so weit, dass ich mich am ende bei der stimme entschuldigte, wenn sie etwas nicht verstanden hatte. worauf die stimme dann wieder verwundert war, und das entschuldigen nicht einordnen konnte. bis ich bei einem echten menschen landete. der hatte aber nicht eine so schöne stimme und ich wünschte mir den computermann zurück. und jetzt kann ich nicht mehr schlafen.
danke xerox.
schnell erzählt, ohne emotionen, war es so: brief getippt, schön. couvert mit sichtfenster, aber ohne absender. also rein in den drucker. und nicht wieder raus. tja, und jetzt ist es immer noch dort, das blöde couvert. zumindest teile davon. aber was nützen couvertteile in einem drucker? richtig, absolut nichts.
das schöne an der geschichte. ich durfte heute morgen mit einem computer telefonieren. was dann doch sehr speziell ist. mit spracherkennung, einer freundlichen, tiefen und sehr maskulinen männerstimme (gibt es maskuline frauenstimmen?) und wunderbar langen wegen zum erhofften ziel. das ging bei mir so weit, dass ich mich am ende bei der stimme entschuldigte, wenn sie etwas nicht verstanden hatte. worauf die stimme dann wieder verwundert war, und das entschuldigen nicht einordnen konnte. bis ich bei einem echten menschen landete. der hatte aber nicht eine so schöne stimme und ich wünschte mir den computermann zurück. und jetzt kann ich nicht mehr schlafen.
danke xerox.
Donnerstag, 16. August 2007
das beste
heute hab ich beim lesen von raphaelas blog eine best of LA liste gelesen. mit der aufforderung, eine solche für zürich zu erstellen. gute idee, hab ich mir da gesagt. und weil das alleine keinen spass macht, lasse ich euch mitdenken. hier mein anfang:
abteilung essen:
pizza: rosso (hardbrücke)
espresso: schwarzenbach (dörfli)
china: mein mann in höngg (vor dem coop zwielplatz)
mittagessen: kantine dreieck (dreieck)
alleine mittagessen: jelmoli (bahnhofstrasse, unterer stock)
abteilung kaufen:
mac und apple: tomac
bücher: sec52
cd's hören: jecklin (sihlporte)
kleider: ted baker (ach nein, den gibt es ja leider nicht mehr!)
abteilung ausgang und freizeit:
touristen anschauen: bahnhofstrasse
boule spielen: rieterpark (enge)
abteilung schönheit:
coiffure: gino (oerlikon)
so, dann hoffe ich jetzt auf eure kommentare, damit ich die liste ergänzen kann
abteilung essen:
pizza: rosso (hardbrücke)
espresso: schwarzenbach (dörfli)
china: mein mann in höngg (vor dem coop zwielplatz)
mittagessen: kantine dreieck (dreieck)
alleine mittagessen: jelmoli (bahnhofstrasse, unterer stock)
abteilung kaufen:
mac und apple: tomac
bücher: sec52
cd's hören: jecklin (sihlporte)
kleider: ted baker (ach nein, den gibt es ja leider nicht mehr!)
abteilung ausgang und freizeit:
touristen anschauen: bahnhofstrasse
boule spielen: rieterpark (enge)
abteilung schönheit:
coiffure: gino (oerlikon)
so, dann hoffe ich jetzt auf eure kommentare, damit ich die liste ergänzen kann
Mittwoch, 8. August 2007
ist er nun gut oder schlecht?
tropf, tropf, tropf. dann wieder prassel, sträz und wusch. heute den ganzen tag. gemeint ist der regen. es gibt ja rege diskussionen, wann regen nun tröpfelt, nieselt, schüttet, sträzt oder prasselt. da sind die empfindungen sehr unterschiedlich. auch in der bewertung, habe ich festgestellt. sicher, alle empfinden ihn mal als scheissregen. aber die einen tun das fast immer, die anderen meistens nicht. was sagt uns das über die menschen, die das denken? vermutlich nichts, aber das ist egal. jetzt versuche ich auf den punkt zu kommen. oder mir einen zu überlegen. also gut, ich geb's zu, ich habe mir vorgängig nicht überlegt, was ich über den regen schreiben will. das war vielleicht ein fehler. aber der regen, der fällt ja auch einfach so. der überlegt sich vorgängig nicht, ob er jetzt fallen soll. so ist das bei mir auch. ich überlege selten vorgängig. was dann natürlich bedingt, dass es vielleicht dann heisst scheissblog. mit dem muss ich leben. also, wo war ich stehen geblieben. ach ja der regen. also, ich mag den eigentlich noch. obwohl am morgen das eklig ist, wenn man schlaftrunken aus dem haus stürchelt und vom fallenden nass empfangen wird. dann also nicht (wobei, man wird unweigerlich wach, was ja auch sein gutes hat). wann also dann? ach ja, zum beispiel ein heisser sommertag. wirklich heiss, viel schwitz, vielleicht sogar ein bisschen sonnenbrand. und dann knall bum und blitz. das wasser sträzt. herrlich. und dann riecht es wunderbar nach nassem asphalt, wiese und tropfenden haaren. irgendwo habe ich mal gelesen, weshalb der asphalt riecht. aber ich habs vergessen. das war also die geschichte zum regen. heute musste er nichts abkühlen (oder dann habe ich es nicht gesehen). gestört hat er trotzdem nicht.
tropf platsch prassel
tropf platsch prassel
Dienstag, 7. August 2007
ein altes lied von marswunder
ohne sinn steht er da
leer die augen, geschlossen der mund
er will nichts verändern
mit dem jetzt unzufrieden
in seinem kopf will nichts entsteh'n
doch an manchen tagen hört auch er die vögel
vergisst er, wer er ist
das leben ist kurz
licht im dunkeln, kein strom und kein oel
verborgen im kerker der welt
viele fragen, im grunde banal
die lust auf antwort verloren
doch an manchen tagen sieht auch er die kinder
vergisst er, wer er ist
das leben ist kurz
Ende 1997
leer die augen, geschlossen der mund
er will nichts verändern
mit dem jetzt unzufrieden
in seinem kopf will nichts entsteh'n
doch an manchen tagen hört auch er die vögel
vergisst er, wer er ist
das leben ist kurz
licht im dunkeln, kein strom und kein oel
verborgen im kerker der welt
viele fragen, im grunde banal
die lust auf antwort verloren
doch an manchen tagen sieht auch er die kinder
vergisst er, wer er ist
das leben ist kurz
Ende 1997
Montag, 6. August 2007
schreiben
es ist fast so, wie erwachsen zu sein. oder gross. oder richtig. es hat sich also richtig gross angefühlt, so erwachsen zu sein. das unterfangen war ja auch gewaltig. nämlich schreiben.
oh wirklich, schreiben sagst du? das werdet ihr jetzt denken. und ihr denkt es zurecht. schreiben, ja eine grosse sache. etwas für richtige männer. da braucht es muskeln und gribs in der birne.
ich setze mich also hin, klappe das weiss leuchtende ibook auf und tippe. mal wild, mal sachte, mal schnell und meistens ganz langsam. seite um seite. bis sie steht. sie, die diplomarbeit.
ach so, nur eine diplomarbeit! das werdet ihr jetzt denken (es ist erstaunlich, wie viel ihr hier in diesem blog denken müsst). aber ich sage, moment mal freunde, das ist nicht nur eine diplomarbeit, das ist eine wahnsinnige geschichte. das ist schweiss, das ist nervenkitzel, das ist leben. aber ich sehe schon, mit einer diplomarbeit kann ich nicht punkten. schade, ich dachte es mache mich unheimlich interessant.
um die geschichte noch zu ende zu erzählen: ich sitze also in der lenzerheide. übrigns ein schönes flecklein, dieser heidsee. die lenzerheide selber ist ein hässliches dörfchen. aber der see, wunderbar. also, ich sitze und schreibe meine diplomarbeit. das heisst, zuerst spatziere ich einmal um den see. links herum. dann gibt es rustico-gipfel vom sebregondi. dann schreiben. ein zweiter spatziergang. dieses mal rechts rum. spaghetti und kaffee. denken, schreiben lesen. dann ganz wichtig, um 1725 uhr eine abgedrehte fernsehserie schauen. überhaupt, das mit dem fernseher war so ein problem. aber das ist eine andere geschichte. noch ein rundgang, schon wieder spaghetti (ich kann die dinger nicht mehr sehen!) und noch eine stunde tippen. das wars. zwei wochen lang. und jetzt steht sie, die arbeit.
ihr müsst mir jetzt nicht gratulieren. es ist nicht nötig zu jubeln. zu viel applaus lässt mich nur überheblich werden. aber ich sag euch was, wenn ich ein buch geschrieben habe, dann dürft ihr klatschen. bis dahin vergehen wohl noch hundertachtundzwanzig jahre.
aber das ist egal.
oh wirklich, schreiben sagst du? das werdet ihr jetzt denken. und ihr denkt es zurecht. schreiben, ja eine grosse sache. etwas für richtige männer. da braucht es muskeln und gribs in der birne.
ich setze mich also hin, klappe das weiss leuchtende ibook auf und tippe. mal wild, mal sachte, mal schnell und meistens ganz langsam. seite um seite. bis sie steht. sie, die diplomarbeit.
ach so, nur eine diplomarbeit! das werdet ihr jetzt denken (es ist erstaunlich, wie viel ihr hier in diesem blog denken müsst). aber ich sage, moment mal freunde, das ist nicht nur eine diplomarbeit, das ist eine wahnsinnige geschichte. das ist schweiss, das ist nervenkitzel, das ist leben. aber ich sehe schon, mit einer diplomarbeit kann ich nicht punkten. schade, ich dachte es mache mich unheimlich interessant.
um die geschichte noch zu ende zu erzählen: ich sitze also in der lenzerheide. übrigns ein schönes flecklein, dieser heidsee. die lenzerheide selber ist ein hässliches dörfchen. aber der see, wunderbar. also, ich sitze und schreibe meine diplomarbeit. das heisst, zuerst spatziere ich einmal um den see. links herum. dann gibt es rustico-gipfel vom sebregondi. dann schreiben. ein zweiter spatziergang. dieses mal rechts rum. spaghetti und kaffee. denken, schreiben lesen. dann ganz wichtig, um 1725 uhr eine abgedrehte fernsehserie schauen. überhaupt, das mit dem fernseher war so ein problem. aber das ist eine andere geschichte. noch ein rundgang, schon wieder spaghetti (ich kann die dinger nicht mehr sehen!) und noch eine stunde tippen. das wars. zwei wochen lang. und jetzt steht sie, die arbeit.
ihr müsst mir jetzt nicht gratulieren. es ist nicht nötig zu jubeln. zu viel applaus lässt mich nur überheblich werden. aber ich sag euch was, wenn ich ein buch geschrieben habe, dann dürft ihr klatschen. bis dahin vergehen wohl noch hundertachtundzwanzig jahre.
aber das ist egal.
Montag, 16. Juli 2007
sonntag und montag
eine seltsame konstruktion, dieser sonntag. erholung auf knopfdruck. aha sonntag, ja gut, dann erhole ich mich jetzt mal. schön sachte, immer mit der überlegung, ob mich dies jetzt erholt. und am ende war's dann doch nix. dann ist montag. und ich habe das gefühl, dass ich mich gerade heute verdammt gut erholen könnte. vielleicht sollte man die beiden tage einfach mal austauschen. oder auch nur umbenennen. ja das wär doch stark, der montag heisst jetzt einfach sonntag. heute ist sonntag und ich sitze im büro. klingt doch ausgezeichnet. es ist dann gleich weniger dunkel, weniger betrüblich, weniger bleierne müdigkeit. den alten sonntag nenne ich dann ganz einfach nulltag. am nulltag darf man tun, was man will, damit man am sonntag wieder richtig bei den leuten ist.
so einfach können rezepte sein. herrlich.
so einfach können rezepte sein. herrlich.
Freitag, 13. Juli 2007
winterthur
jetzt weiss ich es wieder, weshalb ich winterthur so seltsam finde. heute morgen habe ich zeitung gelesen und da stand es. und zwar: "ein 33-jähriger winterthurer und eine 49-jährige frau haben am donnerstagmittag auf ware im untergeschoss eines brockenhauses in winterthur uriniert. die beiden wurden noch im geschäft gestellt und mussten die sauerei aufputzen."
ja das wirft fragen auf. war es ein sofa? oder ein perserteppich? was war das genau für ein geschäft, bei welchem sie gestellt wurden? will ich das wirklich wissen? mussten sie das sofa dann mit nach hause nehmen? was ist wohl mit meinen beiden alten sesseln im büro schon alles passiert?
die welt ist schon verrückt, oder nicht? gibt es irgendeine erklärung, warum man auf die idee kommt, auf brockenhausmöbel zu pissen? auf alle fälle werde ich winterthur weiterhin meiden. aus gutem grund, wie mir scheint.
ja das wirft fragen auf. war es ein sofa? oder ein perserteppich? was war das genau für ein geschäft, bei welchem sie gestellt wurden? will ich das wirklich wissen? mussten sie das sofa dann mit nach hause nehmen? was ist wohl mit meinen beiden alten sesseln im büro schon alles passiert?
die welt ist schon verrückt, oder nicht? gibt es irgendeine erklärung, warum man auf die idee kommt, auf brockenhausmöbel zu pissen? auf alle fälle werde ich winterthur weiterhin meiden. aus gutem grund, wie mir scheint.
Freitag, 6. Juli 2007
hammer
musste schmunzeln, als ich fröhlich die gartenhofstrasse entlang spazierte. da traf ich doch tatsächlich auf den guten alten hammer. lange ist es her, seit MC hammer mit seinen riesigen hosen auf der hiphop bühne tanzte. u can't touch this, ich hab's noch in den ohren. also stehe ich vor der roten mc hammer tafel und überlege mir, ob ich jetzt nicht einen hammertanz hinlegen soll. klar, meine hosen sind zu wenig weit, aber immerhin trage ich eine brille. und war da nicht noch etwas mit einer tv-serie, in welcher der hammer durch tanzen die bösen verbrecher bekämpfte? ist es gar kein zufall, dass dieses stopschild neben einer polizeistation ist? ganz klar, hammer ist zurück, das gute wird siegen, die welt wird gerettet, wir brauchen keinen spiderman. wir haben hammer. was mich jetzt gerade auch noch beschäftigt ist, wie das jetzt genau mit dem stop ist. schreibe ich jetzt stop oder stopp? und gibt es einen online-duden, wo man das nachschlagen könnte? ich weiss es nicht, werds aber herausfinden. und dann erzähle ich es euch.
Donnerstag, 5. Juli 2007
ferien hin und zurück
ferien, das ist eine wunderbare sache. denkt man. aber vorsicht, da gibt es ein problem. nämlich das zurück.
unbestritten, in die ferien hin ist befreiend, schön, begehrlich, ausgezeichnet. das durfte ich gerade wieder in meinen letzten ferien erleben (nein, ich sage nicht, wo ich war; das bleibt ein geheimniss. nur soviel: es war in einem anderen land, hatte sonneschein, man musste nichts tun, es gab gutes essen, es war eine amüsante umgebung und man konnte angeregte gespräche führen.). was für einen grund sollte es geben, diese ferien zu beenden. genau so könnte das leben sein. aber man geht zurück. heim in die alte welt.
warum tut man das? warum bleibt man nicht in den ferien? selbstverständlich, man sollte arbeiten und geld verdienen, damit die nächsten schönen ferien wieder platz haben. aber ist dies der einzige grund. gibt es da nicht noch mehr? vielleicht sind die ferien ja so schön, weil sie ferien sind. und eben nicht alltag. und gerade deshalb anders. vielleicht. aber vielleicht ist es wirklich nur das geld verdienen.
da fällt mir ein seltsames bild ein, welches in einem restaurant an der wand hing. da stand "in der zeit, in der wir einen sinn im leben suchen, sollten wir dem leben einen sinn geben". an diesem abend fand ich den spruch ziemlich dämlich und abgedroschen. heute sitze ich da und schreibe genau die gleiche kacke. wo liegt der sinn von ferien? so eine bescheuerte frage. wisst ihr was ich jetzt tue? ich kümmere mich gleich um meine nächsten ferien. so mache ich das.
gruss MW
unbestritten, in die ferien hin ist befreiend, schön, begehrlich, ausgezeichnet. das durfte ich gerade wieder in meinen letzten ferien erleben (nein, ich sage nicht, wo ich war; das bleibt ein geheimniss. nur soviel: es war in einem anderen land, hatte sonneschein, man musste nichts tun, es gab gutes essen, es war eine amüsante umgebung und man konnte angeregte gespräche führen.). was für einen grund sollte es geben, diese ferien zu beenden. genau so könnte das leben sein. aber man geht zurück. heim in die alte welt.
warum tut man das? warum bleibt man nicht in den ferien? selbstverständlich, man sollte arbeiten und geld verdienen, damit die nächsten schönen ferien wieder platz haben. aber ist dies der einzige grund. gibt es da nicht noch mehr? vielleicht sind die ferien ja so schön, weil sie ferien sind. und eben nicht alltag. und gerade deshalb anders. vielleicht. aber vielleicht ist es wirklich nur das geld verdienen.
da fällt mir ein seltsames bild ein, welches in einem restaurant an der wand hing. da stand "in der zeit, in der wir einen sinn im leben suchen, sollten wir dem leben einen sinn geben". an diesem abend fand ich den spruch ziemlich dämlich und abgedroschen. heute sitze ich da und schreibe genau die gleiche kacke. wo liegt der sinn von ferien? so eine bescheuerte frage. wisst ihr was ich jetzt tue? ich kümmere mich gleich um meine nächsten ferien. so mache ich das.
gruss MW
Montag, 18. Juni 2007
scharf nachgedacht
jetzt muss ich doch noch einmal über die bücher. ich überlege mir also ernsthaft, ob ich hier nicht halt mache. schluss mit blog, fertig gekritzelt. weil mal ganz ehrlich, was soll das denn eigentlich. nur weil mir langweilig ist in meinem büro, braucht es doch diese zeilen nicht. da könnte ich ja auch spazieren gehen. oder kaffeerahmdeckeli sammeln. der vorteil dabei wäre, dass ich nicht hin und her gerissen bin, ob ich denn möchte, dass mein blog gelesen wird. die kaffeerahmdeckeli, die hätte ich für mich alleine. das wär dann ganz simpel. aber nein, ich muss schreiben. ziemlich albern, wenn man bedenkt, dass es erstens schon tausende von blogs im netz gibt. und zweitens auch tausende von menschen besser schreiben können. das ist ja wie wenn ich in der kantine im dreieck kochen würde. das kann ich nämlich auch nicht. aber gerade die kantine im dreieck, die wäre eine geschichte wert. und ich hab doch so gerne geschichten. und weil mir niemand die geschichte von der kantine im dreieck erzählt, muss ich sie selber schreiben. soweit ist das ja klar. aber warum dann öffentlich machen?
ganz ehrlich, ich weiss es nicht. vielleicht ist es eben doch wieder das rot auf meiner visitenkarte. weil der urs der hat nämlich diese farbe für mich gesucht, weil der urs hat gesagt, dass dies ein selbstverliebtes rot ist. und weil der urs nur sachen macht, die zu mir passen, gehe ich mal davon aus, dass das mit dem selbstverliebtsein viel wahres hat. da müsste ich mich jetzt ein bisschen schämen. aber es ist mir egal.
und weil es mir egal ist, setze ich noch einen drauf. so richtig vollgas gebe ich jetzt. in meinem blog kann man jetzt nämlich auch kommentare abgeben. einfach nach jedem text seine meinung loslassen. man stelle sich dies einmal vor. da schreibt einer, der nicht schreiben kann einen blog, den niemand interessiert, erzählt niemandem von diesem blog und hofft dann auf ganz viele stimmen zu den texten. totaler irrsinn. aber mir macht es spass.
also ihr zwei, die diesen blog lest, jetzt müsst ihr schreiben. ihr dürft wehklagen, ausrufen, hilfe schreien, gelangweilt in die tasten hauen oder wildfremde texte kopieren. in der zwischenzeit werde ich mir überlegen, ob ich weiterschreiben soll. aber so selbstverliebt wie ich nun mal bin, werde ich das wohl tun.
euer pech.
ganz ehrlich, ich weiss es nicht. vielleicht ist es eben doch wieder das rot auf meiner visitenkarte. weil der urs der hat nämlich diese farbe für mich gesucht, weil der urs hat gesagt, dass dies ein selbstverliebtes rot ist. und weil der urs nur sachen macht, die zu mir passen, gehe ich mal davon aus, dass das mit dem selbstverliebtsein viel wahres hat. da müsste ich mich jetzt ein bisschen schämen. aber es ist mir egal.
und weil es mir egal ist, setze ich noch einen drauf. so richtig vollgas gebe ich jetzt. in meinem blog kann man jetzt nämlich auch kommentare abgeben. einfach nach jedem text seine meinung loslassen. man stelle sich dies einmal vor. da schreibt einer, der nicht schreiben kann einen blog, den niemand interessiert, erzählt niemandem von diesem blog und hofft dann auf ganz viele stimmen zu den texten. totaler irrsinn. aber mir macht es spass.
also ihr zwei, die diesen blog lest, jetzt müsst ihr schreiben. ihr dürft wehklagen, ausrufen, hilfe schreien, gelangweilt in die tasten hauen oder wildfremde texte kopieren. in der zwischenzeit werde ich mir überlegen, ob ich weiterschreiben soll. aber so selbstverliebt wie ich nun mal bin, werde ich das wohl tun.
euer pech.
Dienstag, 12. Juni 2007
wohnung
wie schaut sie aus, die traumwohnung? natürlich wie bei allen; hell, blabla, gross, blabla, parkett, blabla, neue küche, blabla, balkon, blabla, ruhig, blabla, eigene waschmaschine, blabla, geschirrspüler, blabla, schöne aussicht, blabla, perfekt gelegen, blabla, günstig, blabla, viele zimmer, blabla, nette nachbarn, blabla, velokeller, blabla, terrasse, blabla, zuvorkommende verwaltung, blabla, blablabla, blablabla. und weil meine eben genau so ausschaut, kann ich sie nicht finden. weil entweder wurde sie schon gefunden, aber nicht von mir, oder dann ist das was noch frei ist, ein loch. zumindest im vergleich. also sitze ich immer noch in diesem dämlichen höngg. mitten in den weinreben. mit viel sonne. wunderbar für spaziergänge. sehr ruhig, man hört die vögel singen. mit vielen netten nachbarn, quartierkleber auf dem auto. und da gibt es tolle veranstaltungen, winzerfeste und so. wirklich goldig. und meine vermieterin ist auch ganz nett, die hat richtig freude wenn sie mich im treppenhaus sieht. und die wohnung ist so was von hell. wirklich lichtdurchflutet. das liegt an den riesigen fenstern, in den riesigen räumen, in dieser riesigen wohnung. und wenn es kalt wird, dann knistert das feuer im chemine. und ich muss mich im sommer immer entscheiden, ob ich auf den ostbalkon oder den westbalkon gehe. oder auf die dachterrasse.
nachmieter gesucht!
nachmieter gesucht!
Montag, 11. Juni 2007
jack sparrow
endlich ist es soweit. ich sitze im kino, fürchterlich aufgeregt und voller erwartung. gebannt starre ich auf die leinwand, so dass ich nicht einmal mehr das popkornmampfen von links und das cola schlürfen von rechts wahrnehme. die zwanzig minuten mit werbung, grässlichen vorfilmen (welcher idiot kam auf die dümmliche idee, den bruce willis mit einer weiteren folge von die hard nun endgültig als alternden helden der lächerlichkeit preiszugeben?) und signetschlachten für kino, soundsystem, filmverlag und was weiss ich noch alles war im flug vorbei. glücklicherweise hat mich cristina rechtzeitig wieder geweckt. so war ich von beginn weg mit dabei. von beginn weg will heissen zu beginn. danach nicht mehr. nie mehr...
lieber johnny, lieber herr depp, gerne bitte ich sie, mir diesen film zu erklären. es ist peinlich, das ist mir durchaus bewusst. aber ich habe nichts verstanden. sorry. es ist eindeutig so, dass ich zu dumm für all die klugen dialoge war. das war bestimmt philosophisch, das war geistreich und gespickt mit zitaten. alleine ich habe sie nicht erkannt. selbstverständlich war ihr film nicht ein profaner abenteuerfilm, kein piraten-epos mit einfach gestrickter geschichte, keine darbietung eines einfach märchens, hier gut, da böse. aber ich hätte das gerne gehabt. und stellen sie sich einmal vor, wie peinlich dies nun für mich ist. ich bin doch tatsächlich der einzige zürcher (von den zürcherinnen ganz zu schweigen), der ihren film nicht verstanden hat. der nicht begeistert ist. der einfach zu blöde war, das geistreiche ihrer produktion zu erkennen und zu wertschätzen. ich habe verloren, auf der ganzen linie. ich kann mich nirgends mehr zeigen. mit niemandem reden. denn wenn ich zugebe, dass ich pirates of the caribbean 3 nicht begriffen habe, dann bin ich unten durch.
lieber johnny depp, ich bin ein so grosser fan von ihnen. ich habe so viele filme von ihnen gesehen. auch schwierige film, ganz ehrlich. ich fand die gut, was habe ich bei ed wood doch geschmunzelt, wie musste ich bei sleepy hollow laut lachen, blow, choccolat, from hell und und und. aber den piraten film, den verstehe ich am ende nicht.
es sei mir verziehen. und ich trage die schmach. ich musste leiden, im kino. und ich muss noch mehr leiden, bei all meinen freunden, denen ich gestehen muss, dass ich nichts kapierte. und so werden es bald nicht mehr meine freunde sein. und ich werde vereinsamen. und nur noch mich haben. und mich. und mich. und vielleicht eine kleine erdnuss.
-m
lieber johnny, lieber herr depp, gerne bitte ich sie, mir diesen film zu erklären. es ist peinlich, das ist mir durchaus bewusst. aber ich habe nichts verstanden. sorry. es ist eindeutig so, dass ich zu dumm für all die klugen dialoge war. das war bestimmt philosophisch, das war geistreich und gespickt mit zitaten. alleine ich habe sie nicht erkannt. selbstverständlich war ihr film nicht ein profaner abenteuerfilm, kein piraten-epos mit einfach gestrickter geschichte, keine darbietung eines einfach märchens, hier gut, da böse. aber ich hätte das gerne gehabt. und stellen sie sich einmal vor, wie peinlich dies nun für mich ist. ich bin doch tatsächlich der einzige zürcher (von den zürcherinnen ganz zu schweigen), der ihren film nicht verstanden hat. der nicht begeistert ist. der einfach zu blöde war, das geistreiche ihrer produktion zu erkennen und zu wertschätzen. ich habe verloren, auf der ganzen linie. ich kann mich nirgends mehr zeigen. mit niemandem reden. denn wenn ich zugebe, dass ich pirates of the caribbean 3 nicht begriffen habe, dann bin ich unten durch.
lieber johnny depp, ich bin ein so grosser fan von ihnen. ich habe so viele filme von ihnen gesehen. auch schwierige film, ganz ehrlich. ich fand die gut, was habe ich bei ed wood doch geschmunzelt, wie musste ich bei sleepy hollow laut lachen, blow, choccolat, from hell und und und. aber den piraten film, den verstehe ich am ende nicht.
es sei mir verziehen. und ich trage die schmach. ich musste leiden, im kino. und ich muss noch mehr leiden, bei all meinen freunden, denen ich gestehen muss, dass ich nichts kapierte. und so werden es bald nicht mehr meine freunde sein. und ich werde vereinsamen. und nur noch mich haben. und mich. und mich. und vielleicht eine kleine erdnuss.
-m
Donnerstag, 7. Juni 2007
lola
das ist die geschichte von lola. lola heisst nicht lola, aber das werdet ihr noch merken. und die geschichte geht in etwa so:
warum auch immer man mich dazu verknurrt hat, es ist nun halt so, dass ich diese vip-betreuung machen muss. die motivation dazu ist eher gering bis gar nicht vorhanden. oder gibt es auch eine negative motivation? das müsste ich mir mal in ruhe überlegen. ich gehe also mit schale und ohne kravatte (hatte nur eine unpassende rote im schrank) in des teufels küche. oder war es die höhle des löwen? oder der tempel des todes? ich weiss es nicht mehr. mein bild von lola auf alle fälle, das ist klar. gemein, eingebildet, dumm, unberechenbar, eisern, schrecklich. kurz überlege ich mir, ob es von vorteil sein könnte, wenn ich mich vorgängig betrinke. aber da ich mich eigentlich nie betrinke, scheint dies als option nicht vertretbar. nüchtern stehe ich bereit. etwas trocken der hals. weil eigentlich habe ich einen beeindruckenden husten. schon seit donnerstag. den bekämpfe ich jetzt mit bronchial-pastillen. herrlicher ausdruck, bronchial-pastillen. wo war ich stehen geblieben? ach ja beim eingang. ich stehe also da und warte. eigentlich erwarte ich ja einen stab von mindestens zehn personen. wenn möglich mit schwarzen lederjacken und knopf im ohr. lola aber kommt alleine. guten abend, ich bin marswunder und werde sie heute abend betreuen. herzlich willkommen in der höhle des teufels, dem tempel der löwen. und die freut sich riesig. ist gleich super nett. überlege mir, ob ich sie jetzt nicht doch dreimal hätte küssen sollen. vielleicht wäre ein du angebracht. jetzt nur nicht übertreiben.
was könnte ich euch nicht alles für geheimnisse erzählen. über einkaufen. über mode und kleider. über fahrradfahren und einteilung der zeit. aber ich schweige wie ein grab. das gehört zu meinem auftrag.
das spannende an der geschichte (was nicht gleichbedeutend ist mit spannend für euch, oder spannend zum lesen, oder überhaupt spannend) ist, dass ich jetzt zwei bilder habe. schwarz und weiss. nicht hellgrau und dunkelgrau. nein schwarz und weiss. und ich krieg die einfach nicht zusammen. das ist schon irritierend. echt jetzt, was mach ich damit? schmeiss ich mein weisses bild einfach gleich wieder weg? oder das schwarze? behalte ich beide? und wann brauche ich welches? verwirrend. überfordernd.
ich mache jetzt einfach folgendes. ich behaupte, dass ich zwei personen kenne. einmal die lola, wie beschrieben. und einmal eine frau, nennen wir sie für den moment einmal rita. jawohl, das ist gut, das gefällt mir. lola und rita. weder verwandt noch verschwägert. einfach zwei gesichter. ein löwe und ein teufel.
warum auch immer man mich dazu verknurrt hat, es ist nun halt so, dass ich diese vip-betreuung machen muss. die motivation dazu ist eher gering bis gar nicht vorhanden. oder gibt es auch eine negative motivation? das müsste ich mir mal in ruhe überlegen. ich gehe also mit schale und ohne kravatte (hatte nur eine unpassende rote im schrank) in des teufels küche. oder war es die höhle des löwen? oder der tempel des todes? ich weiss es nicht mehr. mein bild von lola auf alle fälle, das ist klar. gemein, eingebildet, dumm, unberechenbar, eisern, schrecklich. kurz überlege ich mir, ob es von vorteil sein könnte, wenn ich mich vorgängig betrinke. aber da ich mich eigentlich nie betrinke, scheint dies als option nicht vertretbar. nüchtern stehe ich bereit. etwas trocken der hals. weil eigentlich habe ich einen beeindruckenden husten. schon seit donnerstag. den bekämpfe ich jetzt mit bronchial-pastillen. herrlicher ausdruck, bronchial-pastillen. wo war ich stehen geblieben? ach ja beim eingang. ich stehe also da und warte. eigentlich erwarte ich ja einen stab von mindestens zehn personen. wenn möglich mit schwarzen lederjacken und knopf im ohr. lola aber kommt alleine. guten abend, ich bin marswunder und werde sie heute abend betreuen. herzlich willkommen in der höhle des teufels, dem tempel der löwen. und die freut sich riesig. ist gleich super nett. überlege mir, ob ich sie jetzt nicht doch dreimal hätte küssen sollen. vielleicht wäre ein du angebracht. jetzt nur nicht übertreiben.
was könnte ich euch nicht alles für geheimnisse erzählen. über einkaufen. über mode und kleider. über fahrradfahren und einteilung der zeit. aber ich schweige wie ein grab. das gehört zu meinem auftrag.
das spannende an der geschichte (was nicht gleichbedeutend ist mit spannend für euch, oder spannend zum lesen, oder überhaupt spannend) ist, dass ich jetzt zwei bilder habe. schwarz und weiss. nicht hellgrau und dunkelgrau. nein schwarz und weiss. und ich krieg die einfach nicht zusammen. das ist schon irritierend. echt jetzt, was mach ich damit? schmeiss ich mein weisses bild einfach gleich wieder weg? oder das schwarze? behalte ich beide? und wann brauche ich welches? verwirrend. überfordernd.
ich mache jetzt einfach folgendes. ich behaupte, dass ich zwei personen kenne. einmal die lola, wie beschrieben. und einmal eine frau, nennen wir sie für den moment einmal rita. jawohl, das ist gut, das gefällt mir. lola und rita. weder verwandt noch verschwägert. einfach zwei gesichter. ein löwe und ein teufel.
telefon
das ist jetzt wirklich wichtig. nicht einfach nur ein gewöhnlicher eintrag. nicht einfach nur hingereihte worte. nein, das hier ist eine bewegende sache. also folgendes: ich habe ein neues telefon gekauft. wow, spannend. ach ich merke schon, ihr nehmt mich nicht ernst. selber schuld. ich aber sage euch, das ist wichtig. wisst ihr, das ist nicht nur einfach ein telefon. das ist ein telefon für skype. oje, da gibt es tatsächlich noch unwissen über skype? bitte schön, selber informieren. auf alle fälle kennt mein telefon skype. und ich kenne mein telefon.
ich stöpsle das gerät also an meinen router. tippe meinen benutzer ein und das passwort und zack, bin ich da. testanruf: hallo, das ist ein testanruf. antwort: wunderbar, das freut mich. ich: wie klinge ich. sie: stehst du neben mir? ich: wow. sie: tschüss.
soweit einmal ist alles einfach. jetzt wird es schwieriger. weil natürlich kann ich überall hintelefonieren, mit meinem telefon. und alle können mich anrufen. das ist ja klar. aber das spannende an der geschichte ist ja, dass mit skype das ganze einen gewissen monetären reiz erhält. die frage ist also eindeutig, wie kriege ich mein ganzes umfeld dazu, erstens einmal skype zu haben und zweitens ein telefon, mit dem sie erreichbar sind? wie mache ich das?
ganz einfach. ich schreibe einen blog. ihr lest jetzt diesen blog und findet, he das ist toll, das will ich auch. und dann kauft ihr für 260 franken ein neues telefon. ups, das war jetzt unklug, das wollte ich eigentlich erst kleingedruckt am ende bringen. naja, ich bügle das jetzt wieder aus. also, ihr investiert 260 franken. einmalig. auf zehn jahre abzuschreiben (das telefon ist wirklich stabil und gut gebaut). das bedeutet, dass ihr im jahr 26 minuten zu vertelefonieren habt. wenn ihr mich also anruft ohne dieses telefon, dann macht das 5 rappen die minute. mit telefon spart ihr 5 rappen. dann müssen wir nur 520 minuten telefonieren, und schon ist das telefon gratis. und weil wir beide eines haben, müssen wir halt 1040 minuten plaudern. das sind bloss etwas mehr als 17 stunden. das könnten wir ja immer am 1. januar machen. dann haben wir es erledigt. also rufe ich an, am 1. januar um 5 uhr morgens, dann sind wir am abend um zehn uhr fertig. so einfach ist das.
jetzt gehe ich also davon aus, dass ich euch überzeugt habe. ich mache jetzt eine sammelbestellung, denn ab hundert telefonen kriegen wir einen rabatt. das ist doch super.
was mich jetzt gerade noch ein wenig verunsichert ist die frage, wer mich denn anrufen könnte. weil eigentlich telefoniere ich ja gar nicht gerne. nein, ich hasse telefonieren. finde das ganz schrecklich und grässlich. und wenn ich dann hundert telefone bestelle, dann macht das 1700 stunden telefonieren im jahr. zusätzlich. das sind 70 tage dauertelefonieren. das ist gräsllich.
BITTE KAUFT KEIN NEUES TELEFON.
oder noch besser: BITTE DIESEN POST NICHT LESEN.
sorry für die störung.
ich stöpsle das gerät also an meinen router. tippe meinen benutzer ein und das passwort und zack, bin ich da. testanruf: hallo, das ist ein testanruf. antwort: wunderbar, das freut mich. ich: wie klinge ich. sie: stehst du neben mir? ich: wow. sie: tschüss.
soweit einmal ist alles einfach. jetzt wird es schwieriger. weil natürlich kann ich überall hintelefonieren, mit meinem telefon. und alle können mich anrufen. das ist ja klar. aber das spannende an der geschichte ist ja, dass mit skype das ganze einen gewissen monetären reiz erhält. die frage ist also eindeutig, wie kriege ich mein ganzes umfeld dazu, erstens einmal skype zu haben und zweitens ein telefon, mit dem sie erreichbar sind? wie mache ich das?
ganz einfach. ich schreibe einen blog. ihr lest jetzt diesen blog und findet, he das ist toll, das will ich auch. und dann kauft ihr für 260 franken ein neues telefon. ups, das war jetzt unklug, das wollte ich eigentlich erst kleingedruckt am ende bringen. naja, ich bügle das jetzt wieder aus. also, ihr investiert 260 franken. einmalig. auf zehn jahre abzuschreiben (das telefon ist wirklich stabil und gut gebaut). das bedeutet, dass ihr im jahr 26 minuten zu vertelefonieren habt. wenn ihr mich also anruft ohne dieses telefon, dann macht das 5 rappen die minute. mit telefon spart ihr 5 rappen. dann müssen wir nur 520 minuten telefonieren, und schon ist das telefon gratis. und weil wir beide eines haben, müssen wir halt 1040 minuten plaudern. das sind bloss etwas mehr als 17 stunden. das könnten wir ja immer am 1. januar machen. dann haben wir es erledigt. also rufe ich an, am 1. januar um 5 uhr morgens, dann sind wir am abend um zehn uhr fertig. so einfach ist das.
jetzt gehe ich also davon aus, dass ich euch überzeugt habe. ich mache jetzt eine sammelbestellung, denn ab hundert telefonen kriegen wir einen rabatt. das ist doch super.
was mich jetzt gerade noch ein wenig verunsichert ist die frage, wer mich denn anrufen könnte. weil eigentlich telefoniere ich ja gar nicht gerne. nein, ich hasse telefonieren. finde das ganz schrecklich und grässlich. und wenn ich dann hundert telefone bestelle, dann macht das 1700 stunden telefonieren im jahr. zusätzlich. das sind 70 tage dauertelefonieren. das ist gräsllich.
BITTE KAUFT KEIN NEUES TELEFON.
oder noch besser: BITTE DIESEN POST NICHT LESEN.
sorry für die störung.
Freitag, 25. Mai 2007
fussball
zur idee: da alle tickets für den hardturm ausverkauft waren, erachtete ich es als ausgesprochen clever, das stadion als helfer zu betreten. für die firma stewards sollte ich als sogenannter gästebetreuer im sektor der hoppers stehen. keine grosse anforderung und viel gelegenheit, das entscheidende meisterschaftsspiel zu sehen.
die realität: auf der westtribüne bei den stehplätzen bezog ich meinen platz. ganz unten, ohne wirkliche sicht aufsspielfeld stand ich hinter einem engmaschigen gitter. die sicht aufs spielfeld hätte mir auch gar nichts genützt. denn ich war anderweitig beschäftigt!
die veranstalter hatten die tolle vorstellung, dass sich mit einer abschrankung die beiden fangruppen der hoppers und des fcz leicht trennen liessen. es war der horror. schon eine stunde vor spielanpfiff war der tumult beängstigend. die bierbecher entleerten sich über meinem kopf wie ein sommergewitter. die fcz-fans demolierten die abschrankung, warfen mit steinen, flaschen, münzen, broten und allem, was da sonst noch griffbereit herumlag. die agression schäumte und ich hatte ganz schön schiss.
im verlaufe des spiels beruhigten sich die gemüter nur mässig. was ich aber bald erlickte war, dass das ganze ein grosses spiel ist, an welchem die beteiligten ihre freude hatten. mitten in den gc-ultras konnte ich die absprachen, die vorbereitungen und die lust auf gewalt hautnah mitverfolgen. die randalierer kannten sich alle bei namen, man spielte theater und gebärte sich furchbar wild. in der pause erkundigte sich ein durchgeschwitzter abschrankungsturner bei mir nach dem resultat. weshalb nur wollte er dies wissen?
der fcz gewann, wurde schweizermeister, ich durfte auf dem spielfeld stehen und die fans zurückhalten und war um eine erfahrung reicher. eine erfahrung, die sich nicht erzählen lässt, die man in der theorie lesen, aber nicht verstehen kann. man muss dabei stehen. man muss es spüren. und auch dann bleibt einem diese welt zu einem grossen teil verschlossen.
die realität: auf der westtribüne bei den stehplätzen bezog ich meinen platz. ganz unten, ohne wirkliche sicht aufsspielfeld stand ich hinter einem engmaschigen gitter. die sicht aufs spielfeld hätte mir auch gar nichts genützt. denn ich war anderweitig beschäftigt!
die veranstalter hatten die tolle vorstellung, dass sich mit einer abschrankung die beiden fangruppen der hoppers und des fcz leicht trennen liessen. es war der horror. schon eine stunde vor spielanpfiff war der tumult beängstigend. die bierbecher entleerten sich über meinem kopf wie ein sommergewitter. die fcz-fans demolierten die abschrankung, warfen mit steinen, flaschen, münzen, broten und allem, was da sonst noch griffbereit herumlag. die agression schäumte und ich hatte ganz schön schiss.
im verlaufe des spiels beruhigten sich die gemüter nur mässig. was ich aber bald erlickte war, dass das ganze ein grosses spiel ist, an welchem die beteiligten ihre freude hatten. mitten in den gc-ultras konnte ich die absprachen, die vorbereitungen und die lust auf gewalt hautnah mitverfolgen. die randalierer kannten sich alle bei namen, man spielte theater und gebärte sich furchbar wild. in der pause erkundigte sich ein durchgeschwitzter abschrankungsturner bei mir nach dem resultat. weshalb nur wollte er dies wissen?
der fcz gewann, wurde schweizermeister, ich durfte auf dem spielfeld stehen und die fans zurückhalten und war um eine erfahrung reicher. eine erfahrung, die sich nicht erzählen lässt, die man in der theorie lesen, aber nicht verstehen kann. man muss dabei stehen. man muss es spüren. und auch dann bleibt einem diese welt zu einem grossen teil verschlossen.
Mittwoch, 23. Mai 2007
neuer anfang
eigentlich ist es ja so, dass ständig immer alles wieder neu beginnt. und dann gibt es da aber noch die anfänge, die etwas neues anfangen. also ein anfang am anfang, sozusagen. und das ist einer. ganz frisch noch, warm wie eine bretzel; manch einer würde sagen "heiss und fettig". man stelle sich also vor, wie das ist bei einem anfang. ich sitze hier, neues büro, neuer stuhl, neuer alles. sehe gerade, dass ich die frisch geputzte scheibe mit striemen hinterlassen habe. das ist unfachmännisch. das macht keinen guten eindruck. also werde ich die dinger noch einmal putzen. ohne striemen. wobei mir eigentlich das schweizerdeutsche "schlirgä" viel besser gefällt. meine scheiben haben also schlirgän. aber das wollte ich nicht erzählen.
ich wollte vom anfang berichten. aber das ist dümmlich, weil wie soll ich über den anfang schreiben, wenn ich gar nicht weiss, wie es anfängt. es ist jetzt einfach. fühlt sich frisch an. mehr nicht. und was genau soll ich nun dazu schreiben? eben, das ist dümmlich.
vielleicht hilft es, wenn ich kurz erläutere, warum ich überhaupt damit begonnen habe. als geschäftsleiter der nahtstelle habe ich wöchentlich einen blog verfasst. als tagebuch, als blick hinter die kulissen. nahtstelle ist nun geschichte. und da ist es naheliegend, wöchentlich aus dem wunderpunkt zu berichten. soweit logisch.
das komplizierte an der geschichte: für den wunderpunkt interessiert sich noch niemand. es gibt keine hinter den kulissen. und zweitens passiert hier einfach nichts. ich sitze hier, sehe die schlirgän, tippe einige mails, trinke kaffee und warte auf den anfang. bei der nahtstelle, ja da war es anders. klingelnde telefone, vibrierende sitzungen, bahnbrechende konzepte, mitarbeitende zum ärgern, mitarbeitende zum freuen (das muss ich jetzt schreiben, weil vielleicht verirrt sich mal eine solche mitarbeiterin (oder ein solcher mitarbeiter) hierher (wenn das so ist, dann herzlich willkommen (liebe mitarbeitende, ihr wart immer ganz toll (nur ist das nicht so spannend in einem blog, deshalb musstet ihr als bösewichte herhalten (im übrigen finde ich klammern etwas wahnsinnig tolles))))), grosse bilder an der wand und kleine fortschritte auf dem tisch.
jetzt habe ich den eindruck, dass das hier mehr ende als anfang ist. schluss, aus. jetzt ist anfang. juhee. und alles andere beim nächsten mal.
ein herzlich hallo; es fängt jetzt an.
ich wollte vom anfang berichten. aber das ist dümmlich, weil wie soll ich über den anfang schreiben, wenn ich gar nicht weiss, wie es anfängt. es ist jetzt einfach. fühlt sich frisch an. mehr nicht. und was genau soll ich nun dazu schreiben? eben, das ist dümmlich.
vielleicht hilft es, wenn ich kurz erläutere, warum ich überhaupt damit begonnen habe. als geschäftsleiter der nahtstelle habe ich wöchentlich einen blog verfasst. als tagebuch, als blick hinter die kulissen. nahtstelle ist nun geschichte. und da ist es naheliegend, wöchentlich aus dem wunderpunkt zu berichten. soweit logisch.
das komplizierte an der geschichte: für den wunderpunkt interessiert sich noch niemand. es gibt keine hinter den kulissen. und zweitens passiert hier einfach nichts. ich sitze hier, sehe die schlirgän, tippe einige mails, trinke kaffee und warte auf den anfang. bei der nahtstelle, ja da war es anders. klingelnde telefone, vibrierende sitzungen, bahnbrechende konzepte, mitarbeitende zum ärgern, mitarbeitende zum freuen (das muss ich jetzt schreiben, weil vielleicht verirrt sich mal eine solche mitarbeiterin (oder ein solcher mitarbeiter) hierher (wenn das so ist, dann herzlich willkommen (liebe mitarbeitende, ihr wart immer ganz toll (nur ist das nicht so spannend in einem blog, deshalb musstet ihr als bösewichte herhalten (im übrigen finde ich klammern etwas wahnsinnig tolles))))), grosse bilder an der wand und kleine fortschritte auf dem tisch.
jetzt habe ich den eindruck, dass das hier mehr ende als anfang ist. schluss, aus. jetzt ist anfang. juhee. und alles andere beim nächsten mal.
ein herzlich hallo; es fängt jetzt an.
Dienstag, 24. April 2007
offener brief
lieber kleiner wurm
nun sitze ich hier und warte darauf, dass der liebe kleine server wieder zu surren beginnt. ist wohl die sicherung, die da durchgebrannt ist. durchbrennen, wie in kindergedanken. einfach über den hügel, durch den wald in eine andere welt. kannst du dir das heute noch vorstellen? hat damals eine gewisse romantik gehabt, das durchbrennen. abenteuer. überhaupt geht vieles im leben soweit, dass wir an abenteuer denken. vielleicht sind wir eben doch alle noch so ein klein wenig überlebenskünstler. wie in einem karl may roman. ach wie liebte ich die bücher, staubig und zerlesen. ich liebte sie nur ihres äusseren willens, wegen dem was sie darstellten. gelesen habe ich sie kaum. es ist ja durchaus so, dass der charm nicht nur durch den inhalt transportiert werden muss. oder kann. nein, gerade eben vielmehr durch das äussere scheinen. durch das, was wir mit dem gegenstand verbinden. verbinden, wie den blutigen finger nach einem falschen schlag mit dem hammer. schon alles erlebt. nicht nur auf dem bau. aber dort natürlich mit sicherheit. ach was für eine zeit. in den arbeitskleidern, von morgen früh bis abends beschäftigt mit handwerklichen angelegenheiten, für welche ich eigentlich überhaupt keine begabung an den tag legen konnte. vermutlich zwei linke hände. war weder genau, noch schnell noch geschickt. nein vielmehr langsam, nie stimmte es im detail , immer ging was schief. ausser man musste ausmessen. oder einzeichnen, oder abwägen. dann funktionierte es. lange ist es her. ein anderes kapitel. heute sitze ich nun also in dieser nahtstelle. irgendwie ohne luft. lust auf etwas neues, spannendes, abwechslungsreiches. nicht dass ich die arbeit nicht wollte, nein vielmehr hat es einfach viele aspekte, die ich nicht so mag. zum beispiel, oder gerade eben vor allem diese personal geschichten. immer wieder hier, da und dort. schlichten, schauen, abwehren, verfügen. was weiss ich. liegt mir einfach nicht so. aber das ist wohl so, wenn man ein schef ist. dem zu folge bin ich einfach nicht gerne schef. so einfach ist das. aber was denn sonst? tja, sonst bin ich gerne der grosse macker. reden und schaum schlagen. muss nicht immer nur negativ sein. kann vermutlich dinge gut verkaufen. glaube auch, dass ich mit meiner ausbildung in supervision in eine richtige richtung marschiere. nur gibt es noch viel zu lernen. und dann braucht es halt vor allem eben kunden. das wird wohl nicht so einfach werden. denn wo kriege ich die alle her? liegen ja nicht so einfach am strassenrand, dass man sie pflücken könnte wie reife erdbeeren. ich glaube, der einstieg ist etwas vom schwierigsten überhaupt. danach wenn du mal einen kundenstamm hast, und gut bist, wird es sich wohl herumsprechen. aber bis dahin gibt es noch viel arbeit zu leisten. und da ist wiederum die nahtstelle ein guter ort, um jetzt mal langsam einen sachten übergang zu meistern. schön vorsichtig, nichts übereilen. habe dabei auch gar kein schlechtes gewissen. denn wo wäre die nahtstelle heute ohne mich? da kann ich ruhig meinen abgang ein bisschen auskosten. kann ich? darf ich? oder habe ich gerade eben doch ein schlechtes gewissen. vermutlich ja schon, sonst würde es mich nicht so drücken. wie auch immer, ich lasse es mal ein bisschen auf mich zu kommen.
so und nun gehe ich in die shl. weiss eigentlich auch nicht so genau, was ich dort noch soll. weshalb behalte ich das mandat? weil es vielleicht irgend wann mal wieder spannend wird. man muss auch mal was aushalten können.
gruss wom
13. juni 2005
nun sitze ich hier und warte darauf, dass der liebe kleine server wieder zu surren beginnt. ist wohl die sicherung, die da durchgebrannt ist. durchbrennen, wie in kindergedanken. einfach über den hügel, durch den wald in eine andere welt. kannst du dir das heute noch vorstellen? hat damals eine gewisse romantik gehabt, das durchbrennen. abenteuer. überhaupt geht vieles im leben soweit, dass wir an abenteuer denken. vielleicht sind wir eben doch alle noch so ein klein wenig überlebenskünstler. wie in einem karl may roman. ach wie liebte ich die bücher, staubig und zerlesen. ich liebte sie nur ihres äusseren willens, wegen dem was sie darstellten. gelesen habe ich sie kaum. es ist ja durchaus so, dass der charm nicht nur durch den inhalt transportiert werden muss. oder kann. nein, gerade eben vielmehr durch das äussere scheinen. durch das, was wir mit dem gegenstand verbinden. verbinden, wie den blutigen finger nach einem falschen schlag mit dem hammer. schon alles erlebt. nicht nur auf dem bau. aber dort natürlich mit sicherheit. ach was für eine zeit. in den arbeitskleidern, von morgen früh bis abends beschäftigt mit handwerklichen angelegenheiten, für welche ich eigentlich überhaupt keine begabung an den tag legen konnte. vermutlich zwei linke hände. war weder genau, noch schnell noch geschickt. nein vielmehr langsam, nie stimmte es im detail , immer ging was schief. ausser man musste ausmessen. oder einzeichnen, oder abwägen. dann funktionierte es. lange ist es her. ein anderes kapitel. heute sitze ich nun also in dieser nahtstelle. irgendwie ohne luft. lust auf etwas neues, spannendes, abwechslungsreiches. nicht dass ich die arbeit nicht wollte, nein vielmehr hat es einfach viele aspekte, die ich nicht so mag. zum beispiel, oder gerade eben vor allem diese personal geschichten. immer wieder hier, da und dort. schlichten, schauen, abwehren, verfügen. was weiss ich. liegt mir einfach nicht so. aber das ist wohl so, wenn man ein schef ist. dem zu folge bin ich einfach nicht gerne schef. so einfach ist das. aber was denn sonst? tja, sonst bin ich gerne der grosse macker. reden und schaum schlagen. muss nicht immer nur negativ sein. kann vermutlich dinge gut verkaufen. glaube auch, dass ich mit meiner ausbildung in supervision in eine richtige richtung marschiere. nur gibt es noch viel zu lernen. und dann braucht es halt vor allem eben kunden. das wird wohl nicht so einfach werden. denn wo kriege ich die alle her? liegen ja nicht so einfach am strassenrand, dass man sie pflücken könnte wie reife erdbeeren. ich glaube, der einstieg ist etwas vom schwierigsten überhaupt. danach wenn du mal einen kundenstamm hast, und gut bist, wird es sich wohl herumsprechen. aber bis dahin gibt es noch viel arbeit zu leisten. und da ist wiederum die nahtstelle ein guter ort, um jetzt mal langsam einen sachten übergang zu meistern. schön vorsichtig, nichts übereilen. habe dabei auch gar kein schlechtes gewissen. denn wo wäre die nahtstelle heute ohne mich? da kann ich ruhig meinen abgang ein bisschen auskosten. kann ich? darf ich? oder habe ich gerade eben doch ein schlechtes gewissen. vermutlich ja schon, sonst würde es mich nicht so drücken. wie auch immer, ich lasse es mal ein bisschen auf mich zu kommen.
so und nun gehe ich in die shl. weiss eigentlich auch nicht so genau, was ich dort noch soll. weshalb behalte ich das mandat? weil es vielleicht irgend wann mal wieder spannend wird. man muss auch mal was aushalten können.
gruss wom
13. juni 2005
Montag, 2. April 2007
erste klasse
sonntag nachmittag am bahnhof in schaffhausen. lautsprecherdurchsage, der ice nach zürich verkehrt in umgekehrter wagenreihenfolge. erste klasse sektor c, wagen zweiter klasse sektoren a und b. der speisewagen ist im sektor b. grosses gewusel auf dem bahnsteig, schnelles umdisponieren, positionen neu suchen. dann warten. lautsprecherdurchsage, der ice nach zürich hat leider zehn minuten verspätung. also alles zum nächsten kaffeeautomaten. wiederum gewusel am bahnsteig. zug kommt. grosses staunen, an der zugspitze nur erstklasswagen, irgendwo weit hinten zweite klasse. grosses gewusel auf dem bahnsteig. noch viel grösseres gewusel im zug drinnen. alle plätze schon besetzt, alle passagiere im falschen wagen, und der speisewagen total ausverkauft. sonntag nachmittag stehend im ice nach zürich. ende der lautsprecherdurchsage.
Dienstag, 12. Dezember 2006
einkaufen
alle beklagen sie sich. und alle sind sie da.
es irritiert und fasziniert mich zugleich. ich fühle mich unwohl und trotzdem lande ich immer wieder dort. dort, das ist im getümmel, in den massen von menschen. weihnachtseinkäufe. rummel, shoppen, maroni, lichter und musik. noch habe ich keine geschenke. nein noch schlimmer, ich habe noch nicht mal eine idee für geschenke. vielleicht ist dies der schwierigste teil. wissen, was man schenken will. will man schenken? andere geschichte. also wird geschenkt. und da geht man am einfachsten mal in die stadt und lässt sich inspirieren. aber lass dich mal inspirieren, wenn du mit hunderten anderen gestressten weihnachts-suchern vor einem schaufenster stehst. oder lasse dich mal von einer erschöpften verkäuferin beraten, wenn daneben duzende andere verzweifelte einkäuferinnen stehen. so geht das ja nicht. also doch im internet die einkäufe tätigen. nein, kein ausweg. denn trotzdem ist es reizvoll, diese lichter, diese erwartungen, diese vorfreude. oder ist es nur verdammt gut inszeniertes marketing? ich weiss es nicht.
würde ich mein problem lösen, wenn ich nichts mehr schenke? kann ich nichts mehr schenken, wenn alle anderen es trotzdem tun? vermutlich nicht. hallo ausweg! hallo idee!
habe alles schon mal eingepackt. letztes jahr. oder im jahr zuvor. halstuch, parfum, cd, gutschein für dies und das, blumenvase, portemonnaie, bilder und bücher. also wiederholung? wann darf sich ein geschenk wiederholen? oder anders gefragt, wie lange ist die halbwertszeit eines geschenkes? ist das pauschal oder wird da unterschieden in gruppen? ein buch ist alle fünf jahre erlaubt. schmuck alle sechs jahre. halstücher alle zehn jahre.
vielleicht sollte ich mich spezialisieren. zum beispiel so: marswunder verschenkt nur halstücher. nichts anderes. in blau, in rot, in grün. aus seide oder wolle. lang oder kurz. immer schön. aber immer halstuch. für mich wäre das eine vereinfachung. ich suche einfach die schönsten und passendsten halstücher. für die beschenkten wäre das ein sicherer wert. aha, marswunder schenkt, also halstuch. da kann man sich beim auspacken dann schon mal vorbereiten. sich sätze zurechtlegen wie "ach welch schönes halstuche" oder " ich liebe deine halstücher" oder aber "naja, das blaue vom letzten jahr war passender zu meinen augen".
ja, das nehm ich mal so mit. immer das selbe. selbstverständlich müsste das was tolles sein. was mit variationsmöglichkeiten. was mit stiel. werde da mal etwas intensiver nachdenken.
wie auch immer, ich werde mich noch zwei, drei mal in das getümmel stürzen. ich werde leiden und kämpfen, ich werde schmunzeln und lächeln. aber ich muss da durch.
bitte daumen drücken.
es irritiert und fasziniert mich zugleich. ich fühle mich unwohl und trotzdem lande ich immer wieder dort. dort, das ist im getümmel, in den massen von menschen. weihnachtseinkäufe. rummel, shoppen, maroni, lichter und musik. noch habe ich keine geschenke. nein noch schlimmer, ich habe noch nicht mal eine idee für geschenke. vielleicht ist dies der schwierigste teil. wissen, was man schenken will. will man schenken? andere geschichte. also wird geschenkt. und da geht man am einfachsten mal in die stadt und lässt sich inspirieren. aber lass dich mal inspirieren, wenn du mit hunderten anderen gestressten weihnachts-suchern vor einem schaufenster stehst. oder lasse dich mal von einer erschöpften verkäuferin beraten, wenn daneben duzende andere verzweifelte einkäuferinnen stehen. so geht das ja nicht. also doch im internet die einkäufe tätigen. nein, kein ausweg. denn trotzdem ist es reizvoll, diese lichter, diese erwartungen, diese vorfreude. oder ist es nur verdammt gut inszeniertes marketing? ich weiss es nicht.
würde ich mein problem lösen, wenn ich nichts mehr schenke? kann ich nichts mehr schenken, wenn alle anderen es trotzdem tun? vermutlich nicht. hallo ausweg! hallo idee!
habe alles schon mal eingepackt. letztes jahr. oder im jahr zuvor. halstuch, parfum, cd, gutschein für dies und das, blumenvase, portemonnaie, bilder und bücher. also wiederholung? wann darf sich ein geschenk wiederholen? oder anders gefragt, wie lange ist die halbwertszeit eines geschenkes? ist das pauschal oder wird da unterschieden in gruppen? ein buch ist alle fünf jahre erlaubt. schmuck alle sechs jahre. halstücher alle zehn jahre.
vielleicht sollte ich mich spezialisieren. zum beispiel so: marswunder verschenkt nur halstücher. nichts anderes. in blau, in rot, in grün. aus seide oder wolle. lang oder kurz. immer schön. aber immer halstuch. für mich wäre das eine vereinfachung. ich suche einfach die schönsten und passendsten halstücher. für die beschenkten wäre das ein sicherer wert. aha, marswunder schenkt, also halstuch. da kann man sich beim auspacken dann schon mal vorbereiten. sich sätze zurechtlegen wie "ach welch schönes halstuche" oder " ich liebe deine halstücher" oder aber "naja, das blaue vom letzten jahr war passender zu meinen augen".
ja, das nehm ich mal so mit. immer das selbe. selbstverständlich müsste das was tolles sein. was mit variationsmöglichkeiten. was mit stiel. werde da mal etwas intensiver nachdenken.
wie auch immer, ich werde mich noch zwei, drei mal in das getümmel stürzen. ich werde leiden und kämpfen, ich werde schmunzeln und lächeln. aber ich muss da durch.
bitte daumen drücken.
Sonntag, 10. Dezember 2006
so viel party
rosa steht mir ganz grässlich. macht bleich und verleiht einem diesen typischen zürichberg-ichbinmitvielgeldgrossgeworden-arbeitistscheisse look. nun gut, ich erscheine im rosa puli. der saal in der alten börse ist mächtig, die musik heftig und die menschen schon betrunken, wenn sie unten den knopf für den lift drücken. ganz ehrlich, ich verstehe diese party-welt einfach nicht. man trifft sich, kann aber nicht miteinander quasseln, da die musik zu laut ist. man betrinkt sich, ruiniert dabei aber die finanziellen rückstellungen der letzten zwei monate, da die preise an der bar gewaltig sind. man lässt sich von musik beschallen, tanzt aber nicht, weil das uncool ist. also steht man ein bisschen rum, lächelt hier, küsst ein bisschen da und irgendwann darf man dann wieder nach hause. wobei auch hier oute ich mich einmal mehr als party-unkundiger. denn es gelingt mir doch tatsächlich immer wieder, den richtigen zeitpunkt zu verpassen. entweder verabschiede ich mich zu früh, muss dann allen stundenlang erklären, warum ich nun schon gehe und dann ist es plötzlich nicht mehr früh. oder ich gehe zu spät, alle trendigen sind schon weg, die alkoholtoten liegen auf der tanzfläche und der anblick ist nur noch traurig.
heute wähle ich die variante zu früh. macht nix, denn ich habe wege gefunden, die erklärungen auf ein minimum reduzieren. französisch ist das stichwort. und nach so viel party brauche ich etwas luft. alleine taxi fahren ist sowieso nicht lustig, also marschiere ich zu fuss. und überlege mir, warum die menschen an partys gehen.
heute wähle ich die variante zu früh. macht nix, denn ich habe wege gefunden, die erklärungen auf ein minimum reduzieren. französisch ist das stichwort. und nach so viel party brauche ich etwas luft. alleine taxi fahren ist sowieso nicht lustig, also marschiere ich zu fuss. und überlege mir, warum die menschen an partys gehen.
Dienstag, 31. Oktober 2006
luftbefeuchter
ein luftbefeuchter ist ein gerät, welches die luft befeuchtet. schön. mein luftbefeuchter ist ein gerät, welches bereits feuchte luft feucht sein lässt und den boden meines schlafzimmers unter wasser setzt. nicht schön. nun erklären sie mal der netten frau am kundenschalter, was genau defekt ist an diesem gerät. ich weiss nicht, was defekt ist, aber da kommt nur wasser raus, kein dampf. darauf sie, ja aber sie müssen ja wasser einfüllen, das kommt dann eben wieder raus. ich, ja aber sollte es nicht als dampf rauskommen? sie, eigentlich schon. ich, eben. sie, und was genau ist jetzt kaputt? ich, das weiss ich nicht, aber es kommt nur wasser raus. sie, ja gut, wir schicken das mal ein, aber ich weiss nicht, ob die was machen können. tja, das weiss ich natürlich auch nicht. aber wasser im schlafzimmer macht einfach nicht so viel spass. und sonst stelle ich das teil halt in den garten, als sprinkleranlage. so geht das.
Samstag, 28. Oktober 2006
wäsche
es ist grässlich. endlos türmen sich die berge. hosen, hemden, socken, shirts, tücher, lappen. grauenhaft. das schlimmste ist, dass es sich ständig wiederholt. es ist nie zu ende. also packe ich mir einen haufen und schmeiss ihn in die maschine. drehen, schleudern, auswerfen. vorbei ist der zauber. man nehme nun die triefenden, nassen dinger und hänge sie über eine schnur. das schönste ist das warten in der zwischenzeit. weiss man eigentlich, wie schnell das wasser aus weissen unterhosen verdunstet? bestimmt weiss man es. ich schlafe darüber. und dann wird zusammengelegt. ich könnte heulen. aber der mann von heute muss da durch. zur krönung etwa vierzig paar socken. alle schwarz, alle gleich. und doch bleiben am ende etwa zehn socken, die beim besten willen nicht zusammen passen. alles noch mal von vorne? nein, dann lieber ins sondersockenlager. vielleicht lässt sich ja bei der nächsten wäsche ein fehler korrigieren. es ist einfach grässlich.
benötigt?
Kann es sein, dass dieser blogg benötigt wird? die antwort auf diese frage ist einfach, natürlich nicht. auf der anderen seite war die versuchung einfach zu gross, diesen im dargelegten sinne unnötigen blogg zu eröffnen. das war einfach. was nun folgt, dürfte schwieriger werden. zeilen füllen, texte schreiben, gedanken festhalten, und wenn möglich, auch noch lustig, unterhaltend und klug sein. will ich nicht. nein, vielmehr gehören diese zeilen mir. ich bestimme, was gefällt. so geht das. nun gut, soweit der start. alles weitere muss sich zeigen. MW
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